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Druckalarmsysteme – Analyse der Vor- und Nachteile

Druckalarmsysteme sind aus vielen Hollywoodfilmen bekannt: Wenn Bösewichte zum Beispiel in eine Bank oder in ein Museum einsteigen wollen, um dort kostbare Juwelen oder Goldbarren zu stehlen, müssen sie häufig ein Alarmsystem umgehen, das auf Druck reagiert. Was nach einer cleveren Idee kreativer Drehbuchschreiber klingt,


gibt es tatsächlich im echten Leben: Druckalarmsysteme werden seit einigen Jahren intensiv von den jeweils verantwortlichen Herstellern beworben, stehen immer wieder aber auch in der Kritik. Laut der entsprechenden Werbeanzeigen bieten die Systeme und Geräte, die häufig auch als Infraschallgeräte bezeichnet werden, für wenig Geld einen umfassenden Rundumschutz gegen unerlaubtes Eindringen. Was ist dran an diesen Versprechen und wie objektiv ist die Kritik, die sich vielfach im Netz finden lässt? Es folgt eine Analyse der verschiedenen Vor- und Nachteile sowie der wichtigsten Aspekte rund um Druckalarmsysteme.

Inhaltsverzeichnis:

Wie funktionieren Druckalarmsysteme?

Druckalarmsysteme basieren auf einem recht einfachen Funktionsprinzip, wenngleich die Erklärung mancher Hersteller zunächst etwas kompliziert klingen mag. Tatsächlich geht es aber darum, dass die Geräte Veränderungen im Luftdruck auslesen und auf diese Veränderungen reagieren: Die Luft, die sich um uns herum befindet, weist einen gewissen Druck auf. Dieser liegt zum Beispiel auf der Höhe des Meeresspiegels exakt bei 1013 Hektopascal. Je nachdem, wo auf der Erde man sich befindet, herrscht ein anderer Luftdruck als Ausgangsbasis. Veränderungen in diesem Luftdruck, etwa durch Wetterumschwünge, sind die Norm und können beispielsweise mit einem Barometer gemessen werden. Luftdruckveränderungen beim Wetterwechsel passieren aber in der Regel nicht plötzlich, sondern über mehrere Stunden hinweg. Das ist wichtig für die Funktionsweise der Geräte: Die Druckalarmsysteme oder Infraschallgeräte werden, einfach gesagt, auf eine spezifische „Druckfrequenz“ eingestellt und reagieren, sobald sich der Luftdruck verändert. Allerdings nur dann, wenn dies schlagartig geschieht – beispielsweise indem ein Fenster eingeschlagen wird. Langsame Wetterumschwünge oder auch Gewitter und deren Luftdruckveränderungen sollen nicht registriert werden.

Um die Messung noch präziser zu machen, arbeiten viele Druckalarmsysteme zusätzlich mit Infraschall. Infraschall ist für das menschliche Gehör normalerweise nicht wahrnehmbar und spielt sich bei einer Schallfrequenz von bis zu maximal 16 Hertz ab. Einbruchsversuche, bei denen beispielsweise ein Fenster eingeschlagen wird, können genau in diesen Infraschallbereich eingeordnet werden. Sie werden von den Messgeräten registriert und lösen einen Alarm aus. Grundsätzlich ist das Funktionsprinzip dementsprechend simpel: Durch Einbruchsversuche werden Druckwellen erzeugt, die im Infraschallbereich liegen. Diese Druckwellen werden von den Druckalarmsystemen erkannt und lösen einen Alarm aus.

Was sind die Vorteile von Druckalarmsystemen?

Das einfache Funktionsprinzip von Druckalarmsystemen klingt nach einer cleveren Lösung, die viele Vorteile bietet. Insbesondere der Preis der Heimanlagen ist verlockend: Mit nur einem Gerät soll laut der Werbeversprechen ein Gebäude mit einer Fläche von mehreren 300 m² überwacht werden können. Vergleicht man die Kosten hierfür mit den Preisen für ein vom Fachmann installiertes Alarmsystem, ist der finanzielle Aspekt kaum schlagbar. Das liegt nicht zuletzt daran, dass Druckalarmsysteme eigenhändig und innerhalb weniger Minuten sogar von Laien installiert werden können – zumindest laut Herstellerangabe. Hierfür muss das Gerät lediglich entsprechend justiert werden. Nur wenn die Räume eines Hauses luftdicht voneinander abgeschlossen sind, müssen mehrere Geräte eingerichtet werden. Ein weiterer Vorteil, den die Hersteller immer wieder betonen: Während das Druckalarmsystem aktiviert ist, ist es problemlos möglich, sich völlig frei im Haus oder in der Wohnung zu bewegen, ohne den Alarm auszulösen. Darüber hinaus funktioniert die Anlage sogar, wenn Fenster oder Balkontüren gekippt sind. Fehlalarme, die etwa durch Gewitter, Regen oder Vögel an den Scheiben ausgelöst werden könnten, werden dank der Luftschwingungsmessung vollständig vermieden. Soweit die Vorteile der Druckalarmsysteme nach Angaben der vielen verschiedenen Hersteller, die derartige Produkte aktuell auf den Markt bringen. Doch sind diese Angaben wirklich verlässlich? Von nicht eingehaltenen Werbeversprechen hat schließlich jeder schon einmal etwas gehört.

Druckalarmsysteme im Praxistest: Wie zuverlässig funktionieren Infraschallsysteme?

Einige anerkannte Stellen, wie zum Beispiel die VdS Schadenverhütung GmbH oder der BHE Bundesverband Sicherheitstechnik e.V., die regelmäßig Prüfungen von Alarm- und Sicherheitssystemen für private und gewerbliche Anwender durchführen, sind von den Versprechen der Hersteller von Druckalarmsystemen alles andere als überzeugt. Tatsächlich warnen viele der offiziellen Prüfstellen vor einem Einbau derartiger Systeme. Auch offizielle Empfehlungen der Polizei oder branchenübliche Gütesiegel sind bei vielen Geräten und Herstellern nicht gegeben. Das wirft Fragen auf. Würden verlässliche Prüfstellen Druckalarmsysteme nicht mit Empfehlungen oder Gütesiegeln auszeichnen, wenn die Anlagen tatsächlich halten würden, was die Hersteller versprechen?

Wichtig: Druckalarmsysteme sollten normalerweise genauso wie alle anderen zuverlässigen Sicherheitssysteme von einer Prüfstelle zertifiziert werden, die nach den Grundsätzen der Norm DIN EN ISO/IEC 17065 arbeitet. Eine solche Stelle ist beispielsweise die VdS. Eine Prüfung bzw. eine Zertifizierung durch derartige Stellen ist bei den Druckalarmsystemen bislang jedoch nicht gegeben.

Tatsächlich sind erste Eindrücke oftmals irreführen: So gibt es durchaus verschiedene Druckalarmsysteme, die mit Infraschall arbeiten und durch offizielle Normen ausgezeichnet wurden. Diesen Geräten gelingt es konsequent zuverlässige Ergebnisse zu liefern. Im Praxistest können sie überzeugen. Allerdings gilt es auf das konkrete Gerät zu achten und einige Hinweise im Hinterkopf zu behalten.

Häufige Kritikpunkte, die Kritiker der Geräte anführen, beziehen sich darauf, dass Infraschallwellen auch durch andere Ereignisse als das Einschlagen eines Fensters ausgelöst werden könnten und dass dies wiederum zu Fehlalarmen führen würde. Tatsächlich können auch Überschallflüge oder schwere Explosionen eine alarmauslösende Infraschallquelle sein – allerdings kommen derartige Ereignisse so selten vor, dass sie getrost vernachlässigt werden können. Doch wie ist es mit einem Klopfen an der Scheibe, einer Katzenklappe oder einem Vogelflug ans Fenster? Auch diese Ereignisse können von einem hochwertigen und zuverlässigen Infraschall-/Druckalarmsystem aussortiert werden und lösen demnach keinen Alarm aus. Die wichtigste Voraussetzung hierbei: Das System muss richtig eingestellt sein – ist die Sensibilität zu hoch eingestellt, kann es zu Fehlalarmen kommen. Ist die Sensibilität wiederum zu niedrig eingestellt, löst der Alarm auch im Ernstfall eventuell nicht aus.

Fazit: Kombinationen sind hilfreich

Geprüfte und nach standardisierten Normen funktionierende Druckalarmsysteme, die mit Infraschallmessgeräten ausgestattet sind, können sich als hilfreiche und nützliche Alarmsysteme erweisen. Um einen zuverlässigen Schutz genießen zu können, ist es empfehlenswert die Anlage vom Fachmann installieren zu lassen. Darüber hinaus raten Experten zu Kombilösungen, bei denen Erweiterungen wie etwa Sabotage-, Brand- und Bewegungsmelder kombiniert werden. Zudem ist es wichtig, sich nicht auf die günstigsten Werbeversprechen nicht zertifizierter Hersteller zu verlassen. Auch ein Druck- bzw. Infraschallalarmsystem hat seinen Preis, wenn es zuverlässig funktionieren soll.

Eine Auswahl guter Alarmanlagen finden sie bei Amazon

 

  • Thomas 12. Juni 2013, 13:51

    „m ersten Moment klingt das Angebot für eine Alarmanlage mit solch einer Technik zu einem Preis von 200-400 Euro sehr verlockend.“

    Können sie mir sagen wo solch ein Alarmsystem für 400€ zu bekommen ist ?
    Ich finde nur Modelle über 1000€ oder ohne Preisangabe.
    Ich würde mir diese Art der Alarmtechnick gerne genauer anschauen.

    Danke fürdiesen Beitrag.
    Mfg

  • HWI-Sicherheit 16. Juni 2013, 16:25

    Hallo Thomas!

    Vielen Dank für deine Frage. Es gibt sicherlich eine Vielzahl von
    Anbieter für Druckalarmsysteme. Schau mal bei der Firma BTE-Engels (http://www.bte-engels.de/Security/S1/s1.html), die haben
    grad ein Angebot drin. Auch kannst du mal bei der Firma Sectra anrufen, die machen Dir sicherlich auch ein Angebot für solch ein System oder schicken Dir auch gern Infomaterial. Ich hoffe wir konnten Dir helfen.

    Viele Grüße

  • Alarmanlagen Kunde 30. September 2014, 15:06

    Danke für die Vorstellung dieser Alarmanlagen. Es hört sich tatsächlich danach an, als gäbe es bessere, verlässlichere Alarmanlagen als solche mit Druck. Das werden wir bei der Wahl von Alarmanlagen für unser Haus berücksichtigen!

  • Werner Larnik 29. Januar 2015, 18:11

    Ein freundliches Hallo an den interessierten Verbraucher.Wir haben bei uns ein solches Infraschallsystem installiert-allerdings hat dieses, technisch auf dem neuesten Stand befindliche Gerät, über 2500.- € gekostet. Viel Geld zweifelsohne – allerdings hat es binnen 7 Monaten bereits zweimal erfolgreich Einbruchsversuche vereitelt. Das erste mal durchs Kellerfenster – wir waren im Urlaub – ging gegen morgens um 3 Uhr die 130dezibel starke Sirene los und schlug den oder die gauner in die Flucht, benachrichtigte gleichzeitig und autark telefonisch meinen Sohn vom Einbruchsversuch. das zweite mal wurde per Glasschneider ein Loch in Höhe des Griffes der Balkontüre geschnitten-beim durchlangen und öffnen derselbigen heulte der Alarm sofort los. Ich sage danke den Herstellern und bin hochzufrieden !!!

  • Dieter 8. November 2016, 9:23

    Diese Anlagen sind der grösste Mist. Ich habe mir für über 2.000€ eine Infraschallanalge gekauft. -bei Wetterwechsel -Alarm. -beim Zuschlagen einer Tür-Alarm. Nachdem dann die Polizei kostenpflichtig bei uns war, haben wir den Mistbei eBay verkauft und uns eine zuverlässige ABUS Funkalarmanlage einbauen lassen. -seit einem Jahr ist Ruhe; ein Alarm beim Einbruchsversuch über das Terassenfenster. -bitte kaufen Sie sich eine konventionelle Anlage; erspart viel Geld und Ärger.

  • Jaron Kilian 30. Januar 2017, 15:19

    Sehr geehrter Herr Larnik,

    ich habe seltenst so einen marketing stuss gehört.

    Kein Einbrecher schneidet mit einem Glasschneider ein Loch in Ihre Scheibe! Dies ist technisch überhaupt nicht möglich! (Hollywood lässt grüßen)

    Der Aufwand der dafür betrieben werden müsste, lässt darauf schließen das Sie in einem absoluten PALAST Wohnen der entsprechende Profis mit Zeit und Equippment anlockt….

    Dann müssen wir aber auch davon ausgehen dass Sie vernünftige Scheiben haben…damit hat sich das dann wiederrum ausgeschlossen…und einen derartigen Palast sichert man mit einem vernünftigen System. Nicht mit Spielzeug zum Leute verarschen, denn zu mehr taugen diese Infraschall-Anlagen nicht.

  • Wolfgang Friedrich 11. Oktober 2017, 11:16

    Hallo Herr Larnik,
    ist ja interessant zu hören das eine solche Technik die gestellten Augaben erfüllt hat, doch nach Ihren Schilderungen ist die Annahme berechtigt dass Sie diese Alarm – Technik verkaufen und auf diese Weise die Werbung dafür unterstützen.

    Druckalarmsysteme Infraschall Volumenüberwachung Raumresonanz – frequenzgeräte usw.

    Es ist, vor allem für Hausfrauen, sehr verlockend zu hören, kein Kabel, kein Bohren usw. Ebenso verblüffend ist der Vorführeffekt, man stellt die Kiste auf
    ein Sideboard in der Diele, Stecker in die Dose, geht ins Wohnzimmer reißt ein
    Fenster auf, schon ertönt der Signalgeber. Noch ein paar vielversprechende Worte des sympathischen Verkäufers und schon hat man ein weiteres nutzloses Teil in der Wohnung. So einfach wie vorgeführt ist es nun mal nicht, die Geräte
    sind auf div. physikalische Eigenschaften angewiesen, auf die hier alle näher einzugehen zu umfangreich wäre. Doch eine Eigenschaft, man kann sagen die wichtigste überhaupt, ist wie schnell wird ein Fenster oder eine Tür geöffnet. Also
    wie schnell eine Druckveränderung geschaffen wird, der Sensor ( Druckauf-nehmer ) ist auf einen Durchschnittswert eingestellt. Die Erfahrung zeigt, fast kein Einbrecher wird nach geknacktem Verschluss eine Tür oder ein Fenster schlagartig aufreißen, er tut es in der Regel langsam. Der für das Gerät auslösende Druckausgleich in den Räumlichkeiten verläuft sehr langsam und
    auf Basis seiner Grundeinstellung wird der Drucksensor ( Druckaufnehmer )
    im Gerät nicht reagieren. Es sind Grenzwerte erforderlich die den Schaltpunkt ansprechen. Die Verkäufer sprechen immer wieder von spezieller Technik, so speziell ist hier gar nichts, es handelt sich um einfache Messtechnik.

    Starker Wind, offene Kamine, Dunstabzugsanlagen um nur ein paar Punkte zu nennen, die hier zu Fehlauslösungen führen können, sprechen gegen den Einsatz solcher Technik für Einbruchschutz.

    Gruß Wfr.

  • Andre L. 23. März 2018, 14:03

    Hallo,

    BITTE lasst dich Finger von so einer Schei… wie Infraschall Anlagen. Kauft euch von dem Geld einbruchhemmende Mechanik oder eine vernünftige Einbruchmeldeanlage.
    Und lasst Euch nix erzählen das die irgendwelche VDS Richtlinien oder von der Polizei empfohlen werden. Eine Einbruchmelde an der der Kunde die Sensibilität einstellen kann, kann nicht richtig sein.
    Beim ersten Fehlalarm wird die Sensibilität runtergedreht, beim zweiten noch mehr und beim dritten wieder. Irgendwann geht Garnichts mehr. Ich habe Preise von z.B. hier 2500 bis 4500 gehört. Dafür kann man auch eine richtige Einbruchmeldeanlage kaufen.

    Viele Grüße

    Ein Errichter